FeelGood-Coaching · Impuls

Mein Akku war leer.
Ich nicht.

Warum ich mich nach einer völlig verkorksten Fahrradtour besser fühlte als nach manchem ruhigen Tag.

Es ist mal wieder passiert. Offenbar musste ich mir mal wieder beweisen, was mein Körper alles kann. Wie stark, wie belastbar und wie ausdauernd er eigentlich ist, auch wenn ich mir dessen im Alltag manchmal gar nicht bewusst bin.

Vielleicht kennst Du ja meine „mit-dem-Rad-im-Steinbruch-landen“-Geschichte? Vor einigen Tagen gab es eine Neuauflage.

Ich liebe es, abends noch eine Runde mit dem E-Bike zu fahren. Als ich neulich nach einer Tour nach Hause kam, dachte ich noch: „Den Akku musst Du unbedingt laden.“ Natürlich habe ich genau das vergessen.

Am nächsten Abend zeigte der Akku noch 31 Prozent. Nicht gerade üppig. Aber ich wollte unbedingt los. Also schmiedete ich einen vermeintlich genialen Plan: An der Pfrimm entlang bis Worms und anschließend über die Felder zurück nach Monsheim. Flach, einfach, kaum Akkuverbrauch.

Was sollte schon schiefgehen?

Die Antwort lautet: Fast alles.

Ich habe mich verfahren. Mein Handyakku verabschiedete sich langsam ebenfalls. Maps führte mich über Wege, die seit der Flurbereinigung nicht mehr existieren. Und falls Du Dich jemals gefragt hast, wie sich ein E-Bike ohne Akku fährt: Anstrengend. Richtig anstrengend.

Mir wurde heiß. Zu trinken hatte ich natürlich nichts dabei. Und irgendwann hatte ich nur noch eine sehr ungefähre Vorstellung davon, wo Monsheim eigentlich lag. Zwischen Autobahn, Zubringer und Umgehungsstraßen kann man dort erstaunlich kreative Umwege produzieren. Ich musste zum Teil kilometerweit zurückfahren, weil ich nicht weiterkam.


Und dann passierte etwas, das ich von mir gut kenne.

Mein Kopf schaltete um. Der Widerstand hörte auf, etwas zu sein, gegen das ich ankämpfen musste. Er wurde zur Herausforderung.

Ich begann wieder zu spüren, wie viel Kraft eigentlich in meinem Körper steckt. Wie selbstverständlich meine Beine mich Kilometer um Kilometer vorantrugen. Ich genoss das Treten. Den Wind, die Bewegung, die Weite. Die Wildblumen am Wegesrand. Die Felder. Störche, Reiher und Greifvögel, die scheinbar mühelos durch die Luft glitten.

Ich fuhr durch diese Landschaft und merkte, wie gut es mir ging.

Nicht obwohl es anstrengend war. Sondern auch wegen der Anstrengung.

Ich saß auf diesem Fahrrad, spürte den Widerstand und fing irgendwann an, fröhlich vor mich hin zu singen. Ja, wirklich. Mitten auf irgendwelchen Feldwegen.

Natürlich genügte das dem Universum nicht. Es musste zusätzlich noch stürmisch werden. Und selbstverständlich kam der Wind direkt von vorne. Sonst wäre die Botschaft vermutlich nicht deutlich genug gewesen. 😉

Zwischendurch musste ich laut über mich selbst lachen. Denn wenn ich ehrlich bin: Ich hatte es gewusst. Ich wusste, dass ich mich auf der Seite dort kaum auskenne. Ich wusste, dass schlechtes Wetter aufzog. Ich wusste, dass sowohl Handy als auch Fahrradakku irgendwann die Grätsche machen würden. Und trotzdem bin ich losgefahren.

Als ich später zuhause ankam, war ich völlig platt. Die Beine schwer, die Muskeln müde, ich war durstig und hatte Hunger. Und gleichzeitig fühlte ich mich großartig. Lebendig, kraftvoll und richtig gut gelaunt.


Das erinnert mich an etwas, das ich im Coaching seit Jahren immer wieder beobachte:

Die meisten Menschen, die sich erschöpft fühlen, sind nicht körperlich erschöpft. Ihr Nervensystem ist erschöpft. Ihr Körper ist oft stärker, als sie glauben.

Mein Akku war leer. Ich nicht.

Fühlst Du Dich oft erschöpft – obwohl Du gar nicht genau sagen kannst, wovon?
Vielleicht ist nicht Dein Körper leer, sondern Dein Nervensystem überladen.
Lass uns gemeinsam herausfinden, was Dich wirklich müde macht.

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Herzliche Grüße
Petra 🤍

Weiterlesen · Teil 2 der Serie

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