FeelGood-Coaching · Impuls

Wir wissen gar nicht, wozu wir tatsächlich fähig sind.

Ihr Lieben,

eine Frage lässt mich schon seit längerer Zeit nicht mehr los:

Was, wenn wir bereits bei den Grundannahmen über den Menschen falsch liegen?

Einige von Euch kennen meine manchmal nervigen Fragen, mein Nachbohren, meinen Chilifinger. 😅

„Was, wenn Du all das gar nicht erwarten würdest?“
„Was, wenn Du nicht überzeugt wärst, dass es so ist?“

Je mehr ich recherchiere, beobachte, lerne und mit Menschen arbeite, desto häufiger finde ich Belege aus Forschung und Wissenschaft, die meine Annahme bestätigen.

Meiner Meinung nach gehen viele Menschen ganz selbstverständlich davon aus, dass der Mensch altert, abbaut, körperlich und geistig nachlässt und dass es unsere Aufgabe ist, diesen Prozess möglichst lange aufzuhalten. Diese Annahme hinterfragen sie nicht, sie halten sie für die „Realität“. Und ja, all das scheint ja durchaus wissenschaftlich belegt, weshalb sollte es infrage gestellt werden?

➡️ Doch was, wenn genau diese Annahme bereits unsere Sicht verengt?

➡️ Was, wenn Forschung überhaupt erst wegen dieser Annahme genau diese Dinge misst, erforscht und folglich auch bestätigt?


Der älteste nachweislich dokumentierte Mensch wurde 122 Jahre alt.

Jeanne Calment fuhr Fahrrad, bis sie 100 war, ging mit 85 noch zum Fechten und machte selbst mit 110 Jahren noch Gymnastik. Bis kurz vor ihrem Tod galt sie als erstaunlich gesund, geistig wach und humorvoll.

Und gleichzeitig passt sie kaum in viele unserer heutigen Vorstellungen von einem perfekten Gesundheitsstil. Sie rauchte fast 100 Jahre lang, trank regelmäßig Portwein und liebte Schokolade. 🍫

Versteht mich bitte nicht falsch. Ich sage nicht, dass Rauchen gesund ist.

Ich frage mich nur:

→ Wie viel wissen wir wirklich?

→ Wie viel verstehen wir tatsächlich über unseren Körper, unseren Geist, unser Bewusstsein und ihr Zusammenspiel?

Und vor allem: Was wäre, wenn all das ein grundlegendes Missverständnis wäre?

Meiner Meinung nach untersucht die Wissenschaft den Menschen (schon immer) in einem Zustand, der über Generationen hinweg von Gewohnheiten, Konditionierungen, Erwartungen und den Annehmlichkeiten unseres Wohlstands geprägt wurde. Selbst die Forscher sind Teil genau dieser Kultur, genau dieser Überzeugungen und genau dieser Erwartungen. Und wie wir wissen, beeinflussen Erwartungen Beobachtungen.

Deshalb beschäftigt mich seit Längerem die Frage:

Was, wenn der Mensch viel mehr ist, als aktuell angenommen wird?

Was, wenn enormes Potenzial vorhanden ist, das gar nicht erst in Betracht gezogen wird?

Und ganz ehrlich: In Wahrheit ist das längst keine Frage mehr für mich, sondern eine feste Überzeugung. Und wie es so ist mit Überzeugungen, sie bestätigen sich. 😉


Gestern bin ich zum Beispiel über etwas gestolpert, das mich sofort begeistert hat:

Am 9. Juni wurde erstmals ein Mensch mit einer neuen Therapie namens ER-100 behandelt. Entwickelt wurde sie auf Basis der Forschungen von David Sinclair. Wenn Ihr Lust habt, recherchiert das mal ein bisschen, es ist unglaublich spannend!

Die Idee dahinter finde ich faszinierend!

Nicht die Zelle zu reparieren und nicht den Schaden zu verwalten. (Erinnert Euch an die Aussage meines Arztes bzgl. meiner Hüfte, die ich neulich mit Euch geteilt habe. „Schieben, bis die 6 davor steht.“)

Sondern die Frage zu stellen, ob die Zelle vielleicht vergessen hat, wie sie ursprünglich funktioniert hat.

Wenn Ihr mich sehen könntet, während ich das schreibe. Ich strahle vor mich hin, so sehr begeistert mich diese Annahme; sie deckt sich doch fast 1:1 mit meinen Gedanken!

Sinclairs Labor zeigte im Jahr 2020, dass gealterte und erblindete Mäuse durch das gezielte Anschalten von drei bestimmten Genen (den Yamanaka-Faktoren) ihr Sehvermögen regenerieren konnten. Genau dieses Prinzip wird nun erstmals am Menschen getestet.

Ist das nicht großartig?

Jemand stellt plötzlich eine völlig andere Frage als bisher.

Genau wie ich das ständig tue.

Nicht: „Wie können wir den Abbau verlangsamen?“ Sondern: „Was, wenn viel mehr Potenzial vorhanden ist, als wir bisher angenommen haben?“

Für mich ist das der eigentliche Paradigmenwechsel.

Neue Fragen, andere Fragen. Das erzähle ich schon so lange. Immer wieder. Ich werde nicht müde, neue Fragen zu stellen und dieses Wissen immer wieder zu teilen.

Denn ich beobachte seit Jahren, welche Auswirkungen Erwartungen, Überzeugungen und innere Bilder auf Menschen haben können.

Und natürlich, je tiefer ich mich mit einem Thema beschäftige, desto interessanter werden die Ergebnisse, auf die ich bei meinen Recherchen stoße.


Hier ein weiteres spannendes Beispiel: Das legendäre Counterclockwise-Experiment (Gegen-den-Uhrzeigersinn-Experiment) der Harvard-Psychologin Ellen Langer aus dem Jahr 1979 (!).

Eine Gruppe von Männern in ihren 70ern und 80ern lebte für eine Woche in einem komplett auf das Jahr 1959 zurückgebauten Rückzugsort. Die Einrichtung, Radiosendungen, Zeitungen und Gesprächsthemen waren strikt auf die Vergangenheit ausgerichtet. Die Probanden sollten nicht nur in Erinnerungen schwelgen, sondern so leben, als wären sie wieder 20 Jahre jünger, und in der Gegenwart von ihren damaligen Erlebnissen berichten.

Das Experiment zeigte erstaunliche Ergebnisse:

Nach nur einer Woche zeigten sich bei den Männern deutliche physische und mentale Verbesserungen. Sie wurden beweglicher, hatten weniger Gelenksbeschwerden und die Muskelkraft nahm zu. Die Gedächtnisleistung und sogar die Sehkraft verbesserten sich. Unabhängige Beobachter schätzten die Männer auf späteren Fotos jünger ein.

Langers Schlussfolgerung war, dass ein großer Teil der altersbedingten körperlichen Beschwerden keine biologische Einbahnstraße ist, sondern psychologisch durch unsere Erwartungen, unser Selbstbild und gesellschaftliche Rollenbilder verstärkt wird.

Deshalb: Je länger ich hinschaue, desto stärker wird meine Überzeugung:

Wir wissen gar nicht,
wozu wir tatsächlich fähig sind.

Wir haben keine Ahnung, wozu unser Körper, unser Geist und vermutlich auch unsere Seele fähig sind. Wie sie tatsächlich „funktionieren“. Ich bin überzeugt, dass hier einige wundervolle Überraschungen auf uns warten, die unser gesamtes System überholen und verändern können.

Mich erfüllt das mit unbändiger Freude und Neugier.

Und ich beobachte, dass gerade viele Menschen beginnen, alte Gewissheiten zu hinterfragen und den Blick auf den Menschen im Allgemeinen und sich im Speziellen zu erweitern.

Das ist so schön. ❤️